Carl & Irene Scherrer Stiftung

Für die Förderung des sozialen und ökologischen Engagement in der Region Frankfurt am Main

DIE CARL & IRENE SCHERRER STIFTUNG


Zweck der Stiftung ist die Förderung sozial-ökologischen Engagements.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die jährliche Verleihung eines Preises in Höhe von 2.000,- € an Menschen,
die sich durch sozial-ökologisches Engagement im Rhein-Main-Gebiet ausgezeichnet haben.

Die Preise werden unter dem Namen "Frankfurter Umweltpreis" bisher vergeben an Schülergruppen, an Arbeitskreise von Naturschutzverbänden, an Einzelpersonen (Jugendliche und Erwachsene). Voraussetzungen für die Wahl der Preisträger waren das Engagement entsprechend der Stiftungsverfassung und zweitens der enge Bezug auf Frankfurt.

 

Zu seinen Beweggründen rund um sein Engagement gab Carl Scherrer 1999 der Frankfurter Rundschau ein Interview:

"AUS GRÜNER GESINNUNG HERAUS - FAMILIE SCHERRER GRÜNDET EINE STIFTUNG
UND STIFTET EINEN UMWELTPREIS FÜR QUERKÖPFE, DIE SICH IM "SOZIALÖKOLOGISCHEN BEREICH" ENGAGIEREN


Keiner will es gewesen sein. Irene Scherrer nicht, weil sie sagt, eigentlich sei es die Stiftung ihres Mannes. Carl Scherrer nicht, weil er sagt eigentlich sei die Stillung ein Geschenk seines jüngsten Sohnes Christoph zum 75. Geburtstag vor drei Jahren gewesen. Und würde eben dieser mit am Tisch sitzen, er würde vermutlich auf seinen Vater deuten.

Verliehen wird der "Frankfurter Umweltpreis 1998" der Carl&lrene Scherrer Stiftung trotzdem, und zwar am 16. April: der mit
2000 Mark dotierte Preis zur Förderung junger Menschen, „die sich im gesellschaftlichen Kontext füe ihre Umwelt engagieren",
geht in diesem Jahr an die Gruppe um die Aktivisten Christine Salzmann, Kanrl-Heinz Schäfer und Norbert Dichter.
Die Bürgerinitiative wird für ihren engagierten und sachkundigen Einsatz für das Recht auf gesundes Wohnen in den ehemaligen US-Housings ausgezeichnet.

Sein lebenslanges Engagement für die Umwelt, das ihm Selbstverständliche also, zu begründen, fällt Carl Scherrer schwer.
"Eigentlich sollte jeder Bürger motiviert sein." Dann aber kommt er auf das elterliche Pfarrhaus zu sprechen, seine bürgerliche Herkunft: "Ich stamme
aus einer Familie, die Zeit hatte, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen.
Umgeben von Stein und Asphalt habe während seiner Kindheit in Berlin der Zoologische Garten eine große Rolle gespielt. Aus seinem Interesse an allem, was grünt und blüht, kreucht und fleucht, sollte ein Studium werden, aber dann kam der Krieg, die Soldatenzeit. schließlich drei Jahre Gefangenschaft in den USA. "Das hat mich gegen den Massenbetrieb sehr empfindlich gemacht", sagt Scherrer und erklärt damit seine Abneigung gegen die überfüllten Hörsäle in der Nachkriegszeit. "Das sind alles Dinge, die andere vielleicht durchgestanden haben. Ich nicht" Das Biologie-Studium warf er bald hin und wurde statt dessen Ingenieur.
Dennoch hat sein Umwelt-Engagement immer "mehr Zeit und Energie als ein Hobby gefressen".

Als 1976 der BUND Hessen gegründet wurde, mußte ihn niemand zum Beitritt motivieren . Ich war gleichdabei, die ganze Zeit hatte ich so etwas gesucht. Wichtig sei ihm dabei vor allem der politische Hintergrund der Organisation gewesen . „Es ging mir nie so sehr um speziellen Artenschutz oder Vogelkästchen, sondern um die politischen Entscheidungen darüber, wie mit unserer Umwelt umgegangen wird." Die grüne Gesinnung hat das Ehepaar an die beiden Söhne weitergegeben , von Christoph Scherrer, der auch im Stiftungsvorstand sitzt, stammt die Formel vom "sozialökologischen Engagement“ in der Stiftungssatzung. „Es ist schwierig, sich was darunter vorzustellen“, sagt der Vater,
„aber man ahnt doch, woher der Wind weht.“ Schwierigkeiten tun sich mitunter auch bei der Suche nach Menschen auf, die sich auszeichnen lassen wollen.
„Das sind Querköpfe, die in diesem Bereich aktiv sind", meint der Stifter. "Für die, die etwas tun, ist es eine Selbstverständlichkeit und hat nichts mit Preisen zu tun .“

Vielleicht, so hofft er, werde das einmal anders laufen, wenn der Stiftungspreis bekannter geworden ist, Denn neben der Ehrung biete die Auszeichnung den Gruppen Gelegenheit, ihre Arbeit öffentlich darzustellen - eine multiplikatorische Wirkung, die Scherrer als sein Hauptanliegen bezeichnet.

Neben der Stiftungsarbeit gibt der 77jährige die Zeitung "Klärwerk" heraus, die sich sechsmal pro Jahr mit einem ökologisch relevanten Schwerpunktthema beschäftigt, und kümmern sich um seine Patenschaft für den Urselbach - um nur zwei Beispiele seines Einsatzes zu nennen.
Vom Busen der Natur trennen ihn in seiner Innenstadtwohnung auch im Alter noch viel Stein und vierspuriger Asphalt unter seinem Fenster.
Dennoch hätten sie einen Umzug nie in Erwägung gezogen sagt Carl Scherrer. „Wir werden auch nicht jünger.
Hier in der Stadt haben wir alles in der Nähe - und außerdem hat keine Gemeinde in Hessen so viele verschiedene Tiere wie Frankfurt.“ FR KCT"


Quelle:
Frankfurter Rundschau 10.04.1999

FAZ PORTRAIT VON CARL SCHERRER

 

I Carl & Irene Scherrer Stiftung I Eschersheimer Landstraße 101 I 60322 Frankfurt am Main I